Ein Kunde öffnet die Kategorie Schulranzen und sieht dreihundert Modelle. Er sucht einen blauen, leichten Ranzen aus Recycling-Material. Ohne Filter scrollt er – und gibt irgendwann auf. Mit Filtern klickt er dreimal und hat zwölf passende Artikel vor sich. Filter sind kein Zierrat, sondern die Kaufhilfe in jeder größeren Kategorie.
Warum Filter mehr leisten, als man denkt
Filter wirken an mehreren Stellen gleichzeitig – und überall gilt: Was als Filterwert fehlt, fehlt dort auch.
- Für Ihre Kunden. Filter grenzen große Kategorien auf das ein, was jemand wirklich sucht: Marke, Größe, Farbe, Material. Hat ein Artikel den passenden Wert nicht, fällt er beim Filtern aus der Liste – obwohl er genau passen würde.
- Für die Shopsuche. Die Gambio-Suche durchsucht Filterwerte nicht von sich aus. Was nur im Filter steht, findet sie erst, wenn es auch in den Zusatzbegriffen steht. Mehr dazu im Ratgeber Gambio-Suche verbessern.
- Für Google und eBay. Wer seine Produktdaten weiterverwendet – im Google-Feed oder als Artikelmerkmale bei eBay –, greift dafür gern auf Filterwerte zurück. Gepflegte Filter sind dann gleichzeitig gepflegte Feed- und Angebotsdaten.
Wie Filter in Gambio aufgebaut sind
Gambio kennt drei Ebenen, die Sie an verschiedenen Stellen der Gambio-Verwaltung pflegen:
- Der Filter selbst. Unter „Artikel“ → „Artikel-Filter“ legen Sie die Filter an – Gambio nennt sie „Filterauswahl“. Ein Filter ist etwa „Farbe“ oder „Material“. Neben dem Namen, den Kunden sehen, gibt es einen „Internen Namen“ nur für Sie.
- Die Werte. Zu jedem Filter gehören seine „Auswahlwerte“: bei Farbe etwa Blau, Rot und Grün.
- Die Zuordnung. Welche Werte ein Artikel trägt, legen Sie in der Artikelbearbeitung im Bereich „Filterauswahl“ fest. Der Bereich erscheint erst, wenn es im Shop Auswahlwerte gibt, und nur bei einem Artikel, der schon einmal gespeichert wurde.
Damit Kunden die Filter auch sehen, braucht die Kategorie noch eine Einstellung: In der Kategoriebearbeitung gibt es den Bereich „Kategorie-Filter“. Dort haken Sie „Kategorie-Filter anzeigen“ an und fügen die Filter hinzu, die in dieser Kategorie erscheinen sollen – mit Sortierung und Darstellung („Vorlage“).
So richten Sie Filter sinnvoll ein
Die richtigen Filter wählen
Fragen Sie sich bei jeder Kategorie: Wonach entscheiden meine Kunden? Bei Schulranzen sind es Marke, Farbe, Motiv und Gewicht; bei Kaminöfen die Leistung und die Verkleidung; bei Schmuck das Metall und der Stein. Ein Filter, nach dem niemand auswählt, macht die Filterbox nur länger.
Nicht jeder Filter gehört in jede Kategorie. Die Einbauseite ist bei Autoteilen wichtig, in der Kategorie Pflegemittel stört sie. Weisen Sie jeder Kategorie deshalb nur die Filter zu, die dort etwas unterscheiden.
Die richtige Zahl an Werten
Ein Filter hilft nur, wenn er die Auswahl spürbar teilt. Zwei Faustregeln:
- Zu wenige Werte: Hat ein Filter in einer Kategorie nur einen einzigen Wert, den alle Artikel tragen, grenzt er nichts ein. Er kann dort weg.
- Zu viele Werte: Fünfzig Farbtöne von „Azur“ bis „Zartrosa“ überfordern jeden Kunden. Fassen Sie für den Filter zu Grundfarben zusammen; die genaue Bezeichnung gehört in den Artikelnamen oder die Beschreibung.
Einheitlich benennen
Für Gambio sind „Blau“, „blau“ und „Blau “ mit Leerzeichen drei verschiedene Werte. Im Shop erscheinen sie als drei Einträge, und wer „Blau“ anklickt, sieht nur ein Drittel der blauen Artikel. Legen Sie deshalb fest, wie Werte geschrieben werden – Groß- und Kleinschreibung, Einzahl oder Mehrzahl, mit oder ohne Einheit („750 g“ oder „0,75 kg“) – und bleiben Sie dabei.
Den „Internen Namen“ nutzen Sie, wenn zwei Filter für Kunden gleich heißen sollen, für Sie aber verschieden sind: etwa „Größe“ bei Kleidung und „Größe“ bei Schuhen.
Mehrfachauswahl bewusst einstellen
Bei den Kategorie-Filtern gibt es je Filter ein Häkchen „AND“. Es regelt, was passiert, wenn ein Kunde mehrere Werte desselben Filters wählt:
- Ohne Häkchen genügt einer der gewählten Werte. Wer Blau und Rot anklickt, sieht blaue und rote Artikel – meist das, was Kunden erwarten.
- Mit Häkchen muss ein Artikel alle gewählten Werte tragen. Das ist sinnvoll bei Eigenschaften, die sich ergänzen, etwa „wasserdicht“ und „reflektierend“.
Mit „Filterwertdeaktivierung“ legen Sie außerdem fest, ob Werte, die zur aktuellen Auswahl keinen Treffer mehr bringen, ausgeblendet oder nur deaktiviert angezeigt werden.
Typische Probleme
- Die Filterbox fehlt in einer Kategorie. Fast immer fehlt dort „Kategorie-Filter anzeigen“ oder die Kategorie hat keine Filter zugewiesen bekommen. Die Einstellung steht in jeder Kategorie für sich – prüfen Sie sie auch bei Unterkategorien.
- Ein Filter zeigt nur einen oder zwei Werte. Entweder trägt kaum ein Artikel der Kategorie einen Wert – dann fehlt die Zuordnung –, oder der Filter unterscheidet in dieser Kategorie schlicht nichts. In der Filterbox erscheinen nur Werte, die Artikel der Kategorie auch tragen.
- Artikel ohne Wert. Der häufigste Fehler und der unsichtbarste: Ein Artikel ohne Farbwert erscheint bei keiner Farbe. Der Kunde merkt es nicht, Sie auch nicht – der Artikel verkauft sich einfach schlechter.
- Doppelte Schreibweisen. „Blau“ und „blau“ nebeneinander, „Baumwolle“ und „100 % Baumwolle“. Das sieht unordentlich aus und teilt die Treffer.
- Treffer stimmen trotz richtiger Werte nicht. Für diesen Ausnahmefall bietet Gambio unter „Toolbox“ → „Cache“ die Schaltfläche „Filterzuordnungen in Artikeln reparieren“.
So prüfen Sie Ihre Filter in wenigen Minuten
Sie brauchen nur Ihren Shop, so wie Ihre Kunden ihn sehen.
- Nehmen Sie Ihre drei größten Kategorien. Gibt es dort eine Filterbox? Wenn nicht, ist das die wichtigste Baustelle.
- Klicken Sie jeden Filter einmal durch. Stehen da Werte doppelt oder in verschiedenen Schreibweisen? Gibt es Filter mit nur einem Wert?
- Zählen Sie nach. Wählen Sie in einer Kategorie mit vierzig Artikeln nacheinander jeden Wert eines Filters, etwa jede Farbe, und addieren Sie die Treffer. Kommen Sie deutlich unter vierzig, fehlt bei den übrigen Artikeln der Wert.
- Prüfen Sie Ihre Bestseller. Öffnen Sie fünf gut verkaufte Artikel in der Artikelbearbeitung und sehen Sie im Bereich „Filterauswahl“ nach, ob alle passenden Werte gesetzt sind.
Wer das zum ersten Mal macht, findet meist mehr Lücken als erwartet – vor allem bei Artikeln, die nach dem ersten Einrichten der Filter dazugekommen sind.
Wo die Pflege von Hand an ihre Grenzen stößt
Einen Filter anzulegen dauert eine Minute. Ihn vollständig zuzuweisen dauert, denn in der Gambio-Verwaltung geschieht das Artikel für Artikel: öffnen, zur Filterauswahl wechseln, Wert setzen, speichern, nächster Artikel. Fehlt bei dreihundert Artikeln das Material, heißt das dreihundertmal dasselbe – bei einer halben Minute je Artikel zweieinhalb Stunden für eine einzige Angabe.
Dazu kommt: Sie sehen nicht auf einen Blick, welchen Artikeln ein Wert fehlt. Die Lücken fallen erst auf, wenn man jeden Artikel öffnet oder wie oben nachzählt. Deshalb wird diese Arbeit aufgeschoben, und die Filter werden mit jedem neuen Artikel lückenhafter.
Was hilft, wenn das Sortiment wächst
Zwei Dinge machen die Pflege handhabbar: eine Übersicht, in der jeder Filter als Spalte neben jedem Artikel steht, sodass fehlende Werte sofort auffallen – und eine Massenzuweisung, die einen Wert allen markierten Artikeln auf einmal gibt.
Genau dafür habe ich FHU FILTER entwickelt: Sie grenzen die Artikelliste ein, markieren alle sichtbaren Artikel und weisen den Wert in einem Vorgang zu, direkt in Ihrem Shop. Artikel, die den Wert schon tragen, werden übersprungen. Wer die Lücken nicht selbst suchen will: FHU SEO meldet jede Nacht, wo in Kategorien mit Filterbox noch Werte fehlen. Und damit die gepflegten Werte auch in der Shopsuche ankommen, macht FHU FINDER aus ihnen Suchwörter.
Ob von Hand oder mit Software: Beginnen Sie mit der Prüfung oben und mit Ihren größten Kategorien. Dort bringt jeder geschlossene Filterwert am meisten.
Häufige Fragen
Wo lege ich in Gambio Filter an?
In der Gambio-Verwaltung unter „Artikel“ → „Artikel-Filter“. Dort legen Sie einen Filter an (in Gambio „Filterauswahl“, etwa Farbe oder Material) und darin seine „Auswahlwerte“ (etwa Blau, Rot, Grün). Welche Werte ein Artikel trägt, legen Sie in der Artikelbearbeitung im Bereich „Filterauswahl“ fest.
Warum zeigt eine Kategorie keine Filterbox?
Meist ist die Kategorie nicht eingerichtet. Öffnen Sie die Kategorie zur Bearbeitung: Im Bereich „Kategorie-Filter“ muss „Kategorie-Filter anzeigen“ angehakt sein, und die gewünschten Filter müssen dort hinzugefügt sein. Außerdem erscheinen nur Werte, die Artikel dieser Kategorie auch tragen.
Was bewirkt das Häkchen „AND“ bei den Kategorie-Filtern?
Es gilt für den Fall, dass ein Kunde mehrere Werte desselben Filters wählt. Mit Häkchen muss ein Artikel alle gewählten Werte tragen, ohne Häkchen genügt einer davon. Für Farbe oder Marke ist „ohne“ meist richtig: Wer Blau und Rot anklickt, will beides sehen.
Findet die Gambio-Suche auch Filterwerte?
Nicht von sich aus (Stand Gambio 4.8). Was nur als Filterwert gepflegt ist, findet die Shopsuche erst, wenn es auch im Artikelnamen oder in den „Zusatzbegriffen für Suche“ steht.
Wie weise ich vielen Artikeln denselben Filterwert zu?
In der Gambio-Verwaltung geschieht das in der Artikelbearbeitung, also Artikel für Artikel: öffnen, Wert setzen, speichern. Bei wenigen Artikeln ist das schnell erledigt; bei Hunderten lohnt sich ein Werkzeug, das einen Wert vielen Artikeln in einem Vorgang zuweist.