Wer in Ihrem Shop sucht, will kaufen. Kaum ein Besucher weiß so genau, was er möchte, wie einer, der ein Wort in die Suche tippt. Umso teurer ist es, wenn die Antwort „Leider keine Treffer“ lautet – obwohl der Artikel im Sortiment ist. Diese Kunden fragen selten nach. Sie gehen.
Warum die Gambio-Suche nichts findet
Die Gambio-Suche vergleicht, was der Kunde eintippt, mit den Wörtern, die sie zu einem Artikel kennt: in erster Linie dem Artikelnamen. Steht das gesuchte Wort dort nicht, gibt es keinen Treffer. Das klingt selbstverständlich, trifft aber erstaunlich viele Suchen:
- Andere Wörter für dasselbe. Der Kunde sucht „Tornister“, Ihr Artikel heißt „Schulranzen“. „Bremsklötze“ statt „Bremsbeläge“, „Schwedenofen“ statt „Kaminofen“, „Sterlingsilber“ statt „925er Silber“.
- Andere Wortformen. „blaue“ statt „blau“, „Brotdosen“ statt „Brotdose“.
- Tippfehler. „Schulransen“, „Bremsbelege“. Kunden tippen schnell, oft auf dem Handy.
- Eigenschaften statt Namen. Gesucht wird nach dem, was der Kunde will: „edelstahl“, „auslaufsicher“, „2026“. Diese Angaben stehen meist nicht im Namen, sondern in Filtern oder Zusatzfeldern – und dort sucht Gambio nicht.
So prüfen Sie Ihre Suche in fünf Minuten
Sie brauchen dafür nur Ihren Shop und die Gambio-Verwaltung.
- Schauen Sie nach, was gesucht wird. In der Statistik finden Sie unter „Interne Suchwörter“ die Begriffe, die Kunden eingegeben haben. Nehmen Sie sich die häufigsten zwanzig vor.
- Suchen Sie selbst danach. Geben Sie jeden Begriff in Ihre Shopsuche ein. Jede leere Ergebnisseite, zu der Sie einen passenden Artikel im Sortiment haben, ist ein verlorener Verkauf.
- Testen Sie Ihre Bestseller. Nehmen Sie fünf Artikel, die Sie gut verkaufen, und suchen Sie danach, wie ein Kunde es täte: im Plural, mit einem Tippfehler, mit einem anderen Wort für dasselbe, mit Farbe oder Material.
Die meisten Shopbetreiber, die das zum ersten Mal machen, sind überrascht, wie viele dieser Suchen leer bleiben.
Was Gambio selbst dagegen bietet
Gambio bringt mehrere Stellschrauben mit. Keine davon kostet etwas – aber jede hat ihren Preis an anderer Stelle.
Zusatzbegriffe für Suche
In der Artikelbearbeitung gibt es das Feld „Zusatzbegriffe für Suche“. Was dort steht, findet die Shopsuche zusätzlich zum Artikelnamen; Ihre Kunden sehen es nicht. Hier gehören Synonyme, Wortformen und typische Tippfehler hinein: bei einem Schulranzen etwa „Tornister“, „Ranzen“, „Schulranzen“ und „Schulransen“.
Das ist der wirksamste Hebel überhaupt. Sein Haken: Er wirkt nur für den einen Artikel, in dem Sie die Begriffe eintragen. Bei hundert Schulranzen tragen Sie „Tornister“ hundertmal ein – und beim nächsten neuen Artikel wieder.
Suchverknüpfung: „und“ oder „oder“
In der Konfiguration legen Sie mit der „Suchverknüpfung“ fest, ob alle eingegebenen Wörter im Artikel vorkommen müssen („und“) oder nur eines davon („oder“).
- Mit „und“ sind die Treffer genau. Dafür genügt ein einziges unbekanntes Wort – „blaue tornister 2026“ –, und die Seite bleibt leer.
- Mit „oder“ gibt es seltener eine leere Seite, dafür auch Treffer, die mit der Suche wenig zu tun haben: Bei „blaue tornister“ erscheint dann alles, was blau ist.
Für die meisten Shops ist „und“ die richtige Wahl. Sie verlangt aber, dass jeder Artikel die Wörter kennt, mit denen Kunden nach ihm suchen.
Suche in Artikelbeschreibungen
Mit „Suche in Artikelbeschreibungen“ durchsucht Gambio auch die kurze und die lange Beschreibung. Das findet mehr, aber nicht unbedingt das Richtige: Eine Federmappe, deren Beschreibung „passt in jeden Schulranzen“ enthält, erscheint dann bei der Suche nach Schulranzen. Bei großen Sortimenten wird die Trefferliste unübersichtlich, und die Suche kann spürbar langsamer werden.
Suche in Artikeloptionen und Artikelvarianten
„Suche in Artikeloptionen/Artikelvarianten“ nimmt Angaben wie Farbe oder Größe aus den Optionen eines Artikels in die Suche auf. Hilfreich, wenn Sie mit Optionen arbeiten. Für Filterwerte und Zusatzfelder gibt es eine solche Einstellung nicht (Stand Gambio 4.8). Gerade dort stehen aber oft die Angaben, nach denen Kunden suchen: Farbe, Material, Marke, Kollektion.
Wo die Bordmittel an ihre Grenzen stoßen
Mit den Einstellungen und den Zusatzbegriffen kommen Sie weit – solange Ihr Sortiment überschaubar bleibt. Die Grenze ist nicht die Technik, sondern die Zeit:
- Jeder Artikel einzeln. Ein Synonym, das für hundert Artikel gilt, tragen Sie hundertmal ein.
- Neue Artikel vergessen nichts – sie wissen nichts. Jeder neue Artikel beginnt mit leeren Zusatzbegriffen.
- Doppelte Pflege. Was längst in Filtern und Zusatzfeldern steht, müssen Sie für die Suche noch einmal von Hand abschreiben.
- Keine Übersicht. Welche Artikel welche Zusatzbegriffe haben, sehen Sie nur, wenn Sie jeden einzeln öffnen.
Das ist der Grund, warum die Zusatzbegriffe in vielen Shops leer bleiben – obwohl jeder weiß, dass sie helfen.
Was hilft, wenn das Sortiment wächst
Die Lösung ist, die Zusatzbegriffe nicht von Hand zu pflegen, sondern aus den Daten zu erzeugen, die Ihr Shop schon hat, und Synonyme einmal für alle passenden Artikel festzulegen:
- Filterwerte, Eigenschaften und Zusatzfelder werden zu Zusatzbegriffen. Was als Farbe „Blau“ im Filter steht, findet die Suche dann auch.
- Ein Suchwort-Paar wie „Schulranzen → Tornister“ gilt für jeden Schulranzen, auch für den, der nächste Woche dazukommt.
- Tippfehler fängt eine „Meinten Sie …?“-Funktion ab, statt sie in jeden Artikel zu schreiben.
Genau dafür habe ich FHU FINDER entwickelt: Er schreibt die Zusatzbegriffe für Ihr ganzes Sortiment, jede Nacht aktuell, ohne Eingriff in Gambio – die Suche bleibt Ihre eigene Gambio-Suche. Für Tippfehler gibt es das Gambio-Modul Suche ohne Treffer.
Ob Sie es von Hand machen oder mit Software: Fangen Sie mit den fünf Minuten oben an. Die Liste der leeren Suchen ist die beste Arbeitsgrundlage, die Sie bekommen können.
Häufige Fragen
Wo sehe ich, wonach meine Kunden in Gambio suchen?
In der Statistik Ihres Gambio-Shops unter „Interne Suchwörter“. Dort stehen die Begriffe, die Kunden in die Shopsuche eingegeben haben. Auf der Startseite der Gambio-Verwaltung zeigt ein Bereich „Suchbegriffe intern“ die häufigsten davon.
Was bewirkt das Feld „Zusatzbegriffe für Suche“?
Die Wörter in diesem Feld der Artikelbearbeitung findet die Shopsuche zusätzlich zum Artikelnamen. Kunden sehen sie nicht. Hier gehören Synonyme, Wortformen und häufige Tippfehler hinein, etwa „Tornister“ und „Schulransen“ bei einem Schulranzen.
Soll ich die Suchverknüpfung auf „und“ oder „oder“ stellen?
Mit „und“ müssen alle eingegebenen Wörter im Artikel vorkommen: Die Treffer sind genauer, aber ein einziges unbekanntes Wort führt zu „keine Treffer“. Mit „oder“ genügt eines: Es gibt seltener eine leere Seite, dafür mehr unpassende Treffer. Für die meisten Shops ist „und“ richtig – vorausgesetzt, jeder Artikel kennt die Wörter, mit denen Kunden suchen.
Sollte ich die Suche in Artikelbeschreibungen einschalten?
Nur mit Bedacht. Sie findet dann auch Artikel, deren Beschreibung ein Wort nebenbei erwähnt („passt zu jedem Schulranzen“). Bei großen Sortimenten wird die Trefferliste dadurch unübersichtlich und die Suche langsamer. Gezielte Zusatzbegriffe sind meist die bessere Lösung.
Findet die Gambio-Suche auch Filterwerte und Zusatzfelder?
Nicht von sich aus. Für Artikeloptionen und Artikelvarianten gibt es die Einstellung „Suche in Artikeloptionen/Artikelvarianten“, für Filterwerte und Zusatzfelder nicht (Stand Gambio 4.8). Was dort steht – Farbe, Material, Marke, Kollektion – findet die Suche nur, wenn es auch in den Zusatzbegriffen steht.